Haus Lebt 2026



Dear Future,



24.9.–27.9.2026
Hartberg

Michaeligasse 10

täglich 12–22 Uhr


Eine Kooperation mit dem steirischen herbst '26

Haus lebt ist ein Kunst- und Kulturfestival in einem unfertigen, ausgehöhlten, denkmalgeschützten Barockhaus. Die Baustelle wird zur Bühne, die Eröffnung zur Gleichenfeier, und wir versöhnen uns mit der Unsicherheit: „Liebe Zukunft, dass wir nicht sollen leben können in Hartberg, dass glauben wir nicht."

Haus

Simon Brugner, Johannes Gruber, Petra Hinterleitner, Noah Löffler, Simon Oberhammer, Walter Pfann, Lena Prehal, Linda Spetcu, Natalia Szeier, Julia Walk

Programm

Keine Tickets
Eintritt: Freiwillige Spende

Mit einer öffentlichen Gleichenfeier eröffnet Haus Lebt 2026 sein Programm — mitten auf der Baustelle, umrahmt von Baugerüsten. Zum Ankommen gibt's hausgemachten Sturm, ab 17:30 Uhr erfolgt der offizielle Akt mit Ansprache, danach übernimmt Fredi Lang mit der Trompete, erst solo, dann gemeinsam mit Leo Riegler an den Turntables.




Ein multidimensionales Bühnenstück im Collage-Format aus Bühnenbild, Musik, Küche und Essayistik. Julia Walk kocht, Leo Riegler liefert die Musik, Simon Brugner führt als Conférencier durch den Abend — ein Kreisen um Verwandlung, Zersetzung und Neubeginn.




Roswitha Weingrill zeigt, wie sich Keramik mit einer Mikrowelle herstellen lässt. In der ersten Stunde wird lokaler Lehm der aus einer Baugrube direkt vor dem Haus gewonnen wurde, aufbereitet und geformt; in der zweiten Stunde werden bereits vorgefertigte, getrocknete Stücke in der Mikrowelle gebrannt und in mit der aus Weißrussland stammenden Obvara-Technik glasiert — dabei werden die Stücke in gärende Milchflüssigkeit getaucht wodurch charakteristische "Ghostpatterns" entstehen. Die beim Workshop selbst geformten Objekte müssen zunächst rund eine Woche trocknen, bevor sie am 3.10. im Haus gebrannt werden — dabei sein oder die Stücke danach abholen ist beides möglich.




Treffpunkt: Graz Hbf (Busbahnhof)
Rückfahrt: 16:30

Für den Shuttlebuss verbindliche Anmeldung erforderlich - hier anmelden

Foto: Johanna Lamprecht




Zweite Aufführung (siehe 25.9.).




Führung mit Simon Brugner durch das im Umbau befindliche Haus und durch das Festivalthema. Ausgangspunkt ist ein Brief, den Johann Kottmayr 1834 aus Brünn an seinen im Haus Michaeligasse 10 lebenden Bruder Anton schrieb — eine Zeile voller Zuversicht wird zum Leitmotiv für Haus Lebt 2026: „... denn daß ich nicht sollte leben können in Hartberg daß glaube ich nicht."

Foto: Suchart Wannaset




Das Wiener Duo schtum – Manu Mayr (Bass, Elektronik) und Robert Pockfuß (Gitarre, Elektronik) – verwandelt live und rein analog mikrotonale Interferenzen und Feedback in dunkle, oft rohe elektronische Klangflächen, in denen sich kammermusikalische Präzision und physische Wucht überlagern.






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Haus lebt
seit 2021

Archiv

1834:
„Lieber Bruder!"

„Vergeßt aber ja nicht in euren frohen Stunden an den ferne von euch lebenden, keine Freude mit euch theilen könnenden Johann, der, ganz sich selbst überlassen, vielleicht noch lange wird suchen müssen, bis es ihm glücken wird eine eigene Hand zu finden; O! Ihr wißt es nicht, wie wehe es manchmal thut, sich immer nur für fremde Menschen zu plagen, und dafür sehr oft mit Undank belohnt zu werden, wie sehr es schmerzt wenn gefühllose Menschen im Uiberfluß leben, während sie ihren Arbeitern den kargen Bissen beneiden, der Ihnen das sclavische Leben zum weiteren Dienste erhalten muss. [...] Wenn ich wüßte, daß die Mühe und Unkosten nicht umsonst wären, so würde ich es wagen, ein Gesuch einzureichen, denn daß ich nicht sollte leben können in Hartberg daß glaube ich nicht. [...] Dein dich liebender Bruder Johann Kottmayr. Brünn am 20ten August 1834."

Aus einem Brief an den im Haus lebenden Tuchscherer Anton Kottmayr.

„Unter diesem Himmel / leben wir immer noch."


H. M. Enzensberger